Ute Reeh

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Experiment mit Verantwortung

Ausgangspunkt ist eine Idee, vielleicht erstmal nur eine Projektion einer Idee, getragen von zwei oder mehr Personen.

idea

giving space

taking responsability

 

 

Experiment Artists in Wittenberger Weg

Rechts-links, arm-reich, schwarz-weiß davon gibt es viel auf der Welt. Es hilft meist nur in winzigen Ausschnitten von Realität. Mit Blick aufs Ganze verschwindet seine Relevanz.

rechts - links

view into a detail of a complex system

Experiment mit Löchern

seperated social rooms

 

becoming holes

 

Weltweit gibt es Gated Communities und Siedlungen von Armen. Besonders dicht nebeneinander liegen beide in Rio de Janeiro. Die gut situierten Bewohner leben in umzäunten Hochhäusern. Sie werden Tag und Nacht von Pförtnern behütet, die selber in den nahe gelegen Favelas leben. Nach solchen Mustern erhält sich weltweit der Wohlstand weniger. Gelegentlich schwappt die Armut mit in Decken gewickelten Obdachlosen bis auf deren Bürgersteige, aber es gibt keine Begegnung. Nicht kennen, nicht sprechen, die Undurchlässigkeit der Grenzen erzeugen Angst.

Der Brasilianische Künstler Frederico Dalton definierte im Juli 2014 eine rechteckige Plattform auf dem Bürgersteig einer Straße im belebten Viertel Glória in Rio de Janeiro als Galeria Transparente. Über 100 Künstler haben hier virtuell ausgestellt. Zu seinem Konzept gehört, dass der Ort selbst unberührt bleibt. Projekte, Ideen, skulpturale Veränderungen spiegeln sich auf einer Facebookseite. Frederico Dalton erläutert sein Projekt auf curta.com.

2014 begann die durch Korruption verstärkte Wirtschaftskrise Brasiliens und insbesondere Rio de Janeiros sichtbar zu werden. Nach vier Jahren Krise ist die Armut auch im wohlhabenden Glória sichtbar. Familien versuchen alles zu verkaufen, das sie finden und andere eventuell noch gebrauchen könnten. Die Galeria Transparente ist dauerhaft von Straßenhändler/innen besetzt. Kunstprojekt und Armut scheinen in sich ausschließender Konkurrenz zu stehen. Das spiegelt die beiden Welten der Bewohner/innen Rios.

Die Performance am 28.07.2018 begann mit einem Gespräch. Wir erklärten den Straßenhändlern das Konzept der Galeria Transparente und ich fragte nach, ob wir den Raum temporär gemeinsam nutzen können. Am nächsten Tag markierte ich den Raum mit einer durchbrochenen Linie. Für eine Stunde stellten die Straßenhändler in der Galeria Transparente aus. Frederico und ich lernten eine Familie kennen, freundliche hilfsbereite Menschen mit denen uns für eine Stunde ein gemeinsames Projekt verband.